Inspirierende Beispiele für Klimaschutzmaßnahmen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Bonn vorgestellt

Netzunabhängige und dezentrale Energielösungen und effiziente Wasserwirtschaft in der Lebensmittelkette sind von entscheidender Bedeutung, um die Widerstandsfähigkeit gegen die unvermeidlichen Auswirkungen des Klimawandels zu stärken und die Treibhausgasemissionen zu senken.

Dies war das zentrale Ergebnis eines Expertentreffens auf der Bonner UN-Klimakonferenz im Juni. Die verschiedenen Phasen der globalen Lebensmittelkette – von der Produktionsphase bis zur Verteilung, Verarbeitung und Zubereitung von Nahrungsmitteln – hängen nach wie vor weitgehend von fossilen Brennstoffen für die Energieerzeugung ab, die 22% der jährlichen globalen Treibhausgasemissionen verursachen.

Expertinnen und Experten auf der Bonner UN-Tagung untersuchten die Zusammenhänge zwischen Wasser-, Energie- und Ernährungssicherheit in Bezug auf die steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln durch die wachsende Weltbevölkerung. Neben dem Klimawandel übt diese ebenfalls einen erheblichen Druck auf die landwirtschaftliche Produktion und natürliche Ressourcen aus.

Auf der Bonner UN-Klimakonferenz präsentierten Experten und Pioniere ihre innovativen Fallstudien. Das Unternehmen aOysta präsentierte mit Wasserkraft betriebene Pumpen, die Energie aus fließenden Gewässern nutzen, um Wasser für die Bewässerung zu pumpen. Die Pumpen, die ohne Kraftstoff auskommen, verursachen keine Treibhausgasemissionen und sind daher eine saubere Alternative zu dieselbetriebenen Pumpen. Die Technologie ist auch für die Erzeuger wirtschaftlich, da die teuren Betriebskosten entfallen, die mit fossilen Brennstoffen für die Energieerzeugung verbunden sind. Die Technologie wurde in Nepal pilotiert und seitdem in 13 Ländern eingesetzt.

Die Universität Hohenheim präsentierte Prototypen eines Do-It-Yourself-Kühlsystems für die Kühl- und Transportphase in der Lebensmittelkette. Die Technologie basiert auf Solarenergie und wurde für die Milchkühlung entwickelt und angewendet. Solare Kühlgeräte sind technisch für kleine und mittlere Kühlsysteme in Lebensmittel-Wertschöpfungsketten realisierbar. Die wirtschaftliche Machbarkeit einer Hochskalierung und Nachbildung der Technologie wird derzeit von Partnern des privaten Sektors in Verbindung mit laufenden Initiativen des öffentlichen Sektors untersucht.

GeoCode International hob Beispiele aus dem Bereich solare Kältespeicherung in Nigeria hervor, in denen sich Fee-for-Service- oder PAYG-Zahlungssysteme als attraktive Finanzierungslösungen für Kleinbauern erwiesen haben, die nicht in der Lage sind, Investitionskosten für neue Technologien im Voraus zu finanzieren. Mit solchen Geschäftsmodellen, können Kleinbauern neue Energietechnologien einführen und auf längere Sicht eine Investitionsrendite für das Unternehmen erzielen.

Die Implementierung innovativer Energie- und Wasserlösungen kann weitreichende Vorteile bringen. Solche Lösungen können die Verschwendung von Lebensmitteln reduzieren, Probleme mit Energiearmut in ländlichen Gebieten angehen, mit der Luftverschmutzung durch konventionelle Energiequellen verbundenen Gesundheitsrisiken in Entwicklungsländern minimieren und zu wirtschaftlichen Vorteilen durch Energiekosteneinsparungen in Gemeinden führen.

Durch die Replikation und Skalierung derartiger innovativer Lösungen können die Länder das Potenzial ihrer nationalen Klimaschutzpläne (Nationally Determined Contributions oder NDCs) maximieren und zur Erreichung der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens beitragen.

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