UNV townhall meeting on UN75 featuring Under-Secretary-General Fabrizio Hochschild, UNV Executive Cooridnator Olivier Adam and UNV Regional Manager Hilda Paparoni with UN Volunteers serving in Latin America and the Caribbean. UNV, 2020

Die Vereinten Nationen werden 75 Jahre alt: Wie stärkt das UN-Freiwilligenprogram sein Mandat im Kontext von COVID-19?

Zu Beginn des Jahres 2020 konnte sich niemand vorstellen, dass wir im Mai in eine globale Pandemie geraten würden, die die sozioökonomischen Grundlagen der Entwicklung in Frage stellen würde. Die Vereinten Nationen werden dieses Jahr 75 Jahre alt und wir ergreifen diese Gelegenheit, um über die Rolle nachzudenken, die multilaterale Organisationen angesichts der weltweiten Zukunftstrends spielen müssen: der beschleunigte und ungleiche Fortschritt der Technologie, die Zunahme von Konflikten, Gewalt und Ungleichheit, die Klimakrise und die beispiellosen demographischen Veränderungen.

Welche Rolle sollte die internationale Zusammenarbeit im Zusammenhang mit diesen Herausforderungen spielen, die unweigerlich von COVID-19 beeinflusst werden? Wie kann Freiwilligenarbeit dazu beitragen, dass diese Funktionen erfüllt werden?

Am 20. Mai 2020 veranstaltete das Freiwilligenprogramm der Vereinten Nationen (UNV) eine Diskussion mit Fabrizio Hochschild, UN-Untergeneralsekretär, Olivier Adam, UNV-Exekutivkoordinator und Lita Paparoni, UNV-Regionalmanagerin. In einer Online-Konferenz tauschten sich  die Redner mit rund 771 Freiwilligen austauschen, die derzeit als UN-Freiwillige in der Region Lateinamerika und Karibik tätig sind. Die Diskussion berührte die folgenden drei Themen:

Die differenzierten und manchmal unvereinbaren Profile von Entscheidungsträgern beeinflussen das Handeln der Vereinten Nationen. Wie kann ein angemessener und rechtzeitiger Dialog geführt werden? Das UN-System, welches als Vermittler fungiert und Interessen zusammenführt, wird entscheidend sein, damit niemand in der Krise zurückgelassen wird.

Die negativen Auswirkungen der Pandemie werden vor allem jenen Bevölkerungsgruppen schaden, die bereits benachteiligt oder verwundbar waren. Dieses Szenario betrifft unverhältnismäßig stark Mädchen, Jugendliche und Frauen, die unter anderem ein höheres Maß an sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt erleben. Hinzu kommt eine zunehmende Belastung durch Betreuungsarbeit, die durch die mangelnde formale Anerkennung noch verstärkt wird. Darüber hinaus leben wir in Lateinamerika und der Karibik, einer Region, in der Umweltaktivisten verfolgt, kriminalisiert und getötet werden.

Das System der Vereinten Nationen hat Maßnahmen gegen die ungerechte Situation von Mädchen und Frauen gefördert. Dies betrifft nicht nur die Perspektive der Menschenrechte, sondern auch die wirtschaftliche Sicht. Die Länder dieser Region können es sich nicht leisten, das soziale Kapital, welches Frauen einbringen, zu vernachlässigen. Ein weiteres Ziel ist es, die kritische Rolle der Umweltaktivisten beim Schutz der Ökosysteme sichtbar zu machen.

Der bedeutende Beitrag von Freiwilligenarbeit besteht nicht nur in der Umsetzung der Agenda 2030, sondern besonders in der Einbeziehung von benachteiligten Menschen. Freiwilligenarbeit zeigt bestehende Entwicklungslücken auf und macht sie sichtbar, so dass sie verringert werden können. Dadurch können wirksame Reaktionen in Krisen gewährleistet werden. Dieser einzigartige Wert der Freiwilligentätigkeit stellt eine starke Grundlage für den sozialen Zusammenhalt dar und erweist sich als unverzichtbar, wenn es darum geht, den Menschen in den Mittelpunkt der Maßnahmen nach der Pandemie zu stellen.

Dieser Artikel wurde mit der freundlichen Unterstützung der Online-Freiwilligen Gerardo Carballo und Kaylin Lang verfasst.

 

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