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Der Übergang zu sauberer Energie steht im Mittelpunkt des Berliner Dialogs

Der jährliche Berlin Energy Transition Dialogue hat heute begonnen. Hochrangige Teilnehmer aus Politik, Industrie, Wissenschaft und Zivilgesellschaft kommen für die zweitägige Veranstaltung virtuell zusammen, um das Thema "Hin zur Klimaneutralität" zu erkunden.

In ihrer Rede auf der Veranstaltung bezeichnete die UN-Klimasekretärin Patricia Espinosa die globale wirtschaftliche Reaktion auf die COVID-19-Pandemie als „eine noch nie dagewesene Chance, widerstandsfähige, nachhaltige Volkswirtschaften für eine sauberere, grünere und gesündere Zukunft aufzubauen".

„Rund 15 Billionen USD werden weltweit für die Erholung von COVID-19 ausgegeben, und diese Zahl steigt", sagte sie. „Die Regierungen müssen das Geld richtig ausgeben, um die Investitionen mit den Zielen des Pariser Abkommens und den Sustainable Development Goals (SDGs) in Einklang zu bringen."

Der Berliner Dialog hat sich zu einem führenden internationalen Forum für wichtige Akteure aus dem Energiesektor entwickelt, um ihre Erfahrungen und Ideen für einen sicheren, bezahlbaren und umweltverträglichen Übergang zu sauberer Energie auszutauschen.

Ein solcher Übergang ist der Schlüssel zur Bewältigung der Klimakrise, da der Energiesektor mit 73% der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen den größten Beitrag zum Klimawandel leistet.

Nationale Klima-Aktionspläne sind immer noch eine große Chance für saubere Energie

Die UN-Klimachefin Patricia Espinosa räumte ein, dass es zwar Fortschritte bei der Bewältigung der Klimakrise gebe, diese aber nicht schnell genug erfolgten.

Sie hob den jüngsten Initial NDC Synthesis Report zu den nationalen Klima-Aktionsplänen der Länder hervor, der zeigt, dass die Länder sehr weit von dem Ziel des Pariser Abkommens entfernt sind, den globalen Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts auf möglichst 1,5° Celsius zu begrenzen.

NDCs (Nationally Determined Contributions) sind nationale Klima-Aktionspläne im Rahmen des Pariser Abkommens.

Frau Espinosa erklärte, dass die NDCs, die noch nicht eingereicht wurden, insbesondere von den großen Emittenten, viel stärker und weitaus ehrgeiziger sein müssen, als sie es derzeit sind.

Sie beschrieb die Bedeutung sauberer Technologien für das Erreichen der Ziele des Pariser Abkommens und hob die jüngste Aufforderung des UN-Generalsekretärs António Guterres an die Länder hervor, Kohlekraftwerke wo immer möglich auslaufen zu lassen und Investitionen in Projekte für erneuerbare Energien zu verlagern.

Eine solche Verlagerung könne nicht isoliert geschehen, sondern müsse von Investitionen in die richtige Infrastruktur begleitet und durch die richtige Politik vorangetrieben werden.

4,4 Billionen USD werden jedes Jahr für saubere Energie benötigt - IRENA

Auch der Leiter der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA), Francesco La Camera, warnte auf dem Berliner Treffen, dass „sich das Fenster der Gelegenheit, das 1,5°C-Ziel des Pariser Abkommens zu erreichen, schnell schließt".

Der heute auf dem Berlin Energy Transition Dialogue vorgestellte World Energy Transitions Outlook von IRENA zeigt, dass die Investitionen in saubere Energie, um die Temperaturziele des Pariser Abkommens zu erreichen, bis 2050 gegenüber den geplanten Investitionen um 30 Prozent auf insgesamt 131 Billionen US-Dollar steigen müssen, was durchschnittlich 4,4 Billionen US-Dollar pro Jahr entspricht.

Gleichzeitig wären die sozio-ökonomischen Vorteile massiv, und Investitionen in den Übergang werden für jede Million Dollar an Ausgaben fast dreimal so viele Arbeitsplätze schaffen wie fossile Brennstoffe.

Neue Kampagne für saubere Energie für alle bis 2030 

Heute wird auch eine große Kampagne gestartet, um ehrgeizige Maßnahmen zur Erreichung des Ziels 7 der nachhaltigen Entwicklung voranzutreiben – erschwingliche, zuverlässige, nachhaltige und moderne Energie für alle bis 2030. 

Die neue einjährige Be Bold-Kampagne, die von Sustainable Energy for All (SEforALL) ins Leben gerufen wurde, soll allen Beteiligten – Regierungen, Unternehmen, Entwicklungs- und Finanzinstitutionen sowie den Bürgern – eine Reihe von Maßnahmen an die Hand geben, um bezahlbare und saubere Energie für alle zu realisieren.

Die Kampagne findet im Vorfeld von zwei wichtigen Klimagipfeln in diesem Jahr statt: dem UN High-level Dialogue on Energy im September und der UN-Klimakonferenz COP 26 im November.

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