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Klimawandel erhöht das Risiko von Gewalt gegen Frauen

Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen hat mit den Herausforderungen des Klimawandels eine neue Dimension angenommen.

Angesichts des Berichts des Zwischenstaatlichen Ausschusses der Vereinten Nationen zum Klimawandel über die globale Erwärmung von 1,5 ° C, der eine Zunahme von Naturkatastrophen und die anschließende Verwüstung von Gemeinden auf der ganzen Welt prognostiziert, besteht die Gefahr, dass geschlechtsspezifische Gewalt ein noch größeres Problem darstellen wird, falls sie nicht ordnungsgemäß bekämpft werden sollte.

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist in unseren Gesellschaften leider tief verwurzelt. Die internationale Beachtung diesen Tages dient als Symbol für Widerstand sowie als Aufruf zum Handeln gegen geschlechtsspezifische physische, wirtschaftliche und psychische Gewalt. Das Thema für 2019 lautet „Orange the World: Gleichstellung der Generationen gegen Vergewaltigung“.

Der Klimawandel wird als ein schwerwiegender Faktor für geschlechtsspezifische Gewalt angesehen. Weltweit hat sich gezeigt, dass durch den Klimawandel verursachte Krisen häusliche Gewalt verschlimmern, sei es im Zusammenhang mit sexueller und reproduktiver Gesundheit oder der Diskriminierung indigener Gemeinschaften.

Gewalt gegen Frauen beschränkt sich nicht nur auf Entwicklungsländer. Untersuchungen zu Naturkatastrophen wie Buschbränden und Dürren in einem Industrieland haben ergeben, dass das Risiko von häuslicher Gewalt in ländlichen Regionen gestiegen ist. Einer der Gründe hierfür ist der soziale und psychologische Druck aufgrund von Einkommensverlusten, die durch die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels auf den Agrarsektor entstehen.

Das Thema geht aber auch über häusliche geschlechtsspezifische Gewalt hinaus. In einem Bericht von CARE wurde festgestellt, dass „Frauen und Mädchen bei den meisten Katastrophen am schlimmsten betroffen sind“. Der Bericht hebt hervor, dass eine von fünf Frauen, die Flüchtlinge sind oder aufgrund einer Naturkatastrophe vertrieben wurden, sexuelle Gewalt erlebt hat.

Klimaschutz ist daher ein wesentlicher Bestandteil des laufenden Kampfes gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Die Welt braucht eine stärkere Einbeziehung von Frauen in Klimaschutzmaßnahmen, indem beispielsweise das Gender Mainstreaming in den politischen Entscheidungsprozess einbezogen wird.

Die Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist ein wichtiger Schritt zur Erreichung des Kernziels der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs): Niemand soll zurückgelassen werden. Dies entspricht der Notwendigkeit der Gleichstellung der Geschlechter und des Gender Mainstreaming.

Der UN-Klimawandel ist auch weiterhin eine treibende Kraft bei der Unterstützung der Gleichstellung der Geschlechter, und zwar durch den Gender Action Plan (GAP) und das Arbeitsprogramm von Lima zum Thema Geschlecht (LWGP). Das GAP und das LWGP sollen in diesem Jahr auf der bevorstehenden UN-Klimakonferenz COP25 in Madrid überprüft werden.

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