Washing hands

Epidemiologe Sergiu Sîngeorzan: „COVID-19 hat die Menschen gelehrt, ihre Hände zu waschen“

„Seit dem Beginn meiner Laufbahn als Epidemiologe predige ich, dass Handhygiene eines der wirksamsten Mittel ist, um Infektionen zu bekämpfen. Jetzt muss ich es nicht zweimal sagen“, erklärt Dr. Sergiu Sîngeorzan, leitender Epidemiologe am Miercurea Ciuc-Krankenhaus in Rumänien.

Dr. Sîngeorzan weist darauf hin, dass COVID-19 die Menschen gelehrt hat, ihre Hände zu waschen. „Wenn diese Botschaft hängen bleiben sollte, wäre dies ein großer Schritt auf dem Weg zu mehr Sicherheit für Gesundheitspersonal und Patienten“, sagt Dr. Sîngeorzan und fügt hinzu: „Jetzt, wo jeder seine Hände wäscht, und zwar nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch in der Gemeinschaft.“

Risiko eines Burnouts

Eine gute Handhygiene ist eine der physischen Maßnahmen, die das Gesundheitspersonal ergreifen kann, um sich selbst vor dem Virus zu schützen, doch sie müssen sich auch Erholungspausen, Ruhezeiten und geplante Urlaubsphasen gönnen, während der sie nicht durch Arbeit oder Kollegen gestört werden.

Dr. Andreea Moldovan, Oberärztin für Infektionskrankheiten und Epidemiologin im Krankenhaus in Brașov (Rumänien) erklärt, die Strapazen der täglichen Pflichten seien eher mentaler als körperlicher Art. Burnout gefährdet die Sicherheit der Patienten, und das Gesundheitspersonal setzt alles daran, um Burnout wie auch eine aufkommende Pandemiemüdigkeit zu verhindern.

Personal, Versorgungsgüter und Einrichtungen – alles entscheidende Elemente einer erfolgreichen Reaktion

„Zu Beginn der Pandemie hatte ich ein prägendes Erlebnis“, erinnert sich Dr. Sîngeorzan im Hinblick auf seinen Abzug vom Miercurea Ciuc-Krankenhaus für einen Einsatz in Suceava, wo es Hunderte von Fällen gab. „Ich lernte, dass der menschliche Faktor über den Erfolg oder Misserfolg eines Krankenhauses entscheidet. Das Krankenhaus in Suceava verfügte über alles Nötige, um erfolgreich auf das Virus zu reagieren: Infrastruktur, Versorgungsgüter und Einrichtungen. Sobald es mit ausreichend Personal ausgestattet und das Personal gut versorgt war, verbesserte sich auch die Reaktion auf COVID-19 und der Ausbruch konnte unter Kontrolle gebracht werden.“

Personelle Ressourcen sind für eine erfolgreiche Reaktion entscheidend. Das Krankenhaus für Infektionskrankheiten in Brașov wurde von Beginn der Pandemie an als COVID-19-Krankenhaus ausgewiesen. Als die Überweisung von Patienten begann, ergriff das Personal Vorsichtsmaßnahmen, um sich selbst vor dem Virus zu schützen. Dr. Moldovan sagt, sie fühlte sich im Krankenhaus absolut sicher: es gab genügend persönliche Schutzausrüstung, wirksame Desinfektionsmittel, gute Luftzirkulation und die Bereitschaft, sich streng an die Vorgaben zur Infektionsprävention und -bekämpfung zu halten.

„Dem Gesundheitspersonal war jederzeit bewusst, dass die Befolgung der Vorgaben und die ordnungsgemäße Nutzung der persönlichen Schutzausrüstung von entscheidender Bedeutung sind“, erklärt sie. „Unsere Gesundheit und die Gesundheit der Patienten hängt von diesen einfachen, aber lebensrettenden Maßnahmen ab.“

Selbst im Falle von Engpässen bei der Versorgung mit Desinfektionsmittel stellten Einrichtungen wie das Miercurea Ciuc-Krankenhaus ihre eigenen Alkohollösungen in ihren Laboren her und befolgten dabei die Leitlinien der WHO. Das Krankenhaus führte zudem eine Erhebung der WHO zur Einschätzung des in Zusammenhang mit COVID-19 für das Gesundheitspersonal bestehenden Risikos durch, die es ihm ermöglichte, die Reaktion auf das Virus aufgrund präziser, zuverlässiger Echtzeit-Daten anzupassen.

Dankbarkeit, Sorge und Zufriedenheit

In Brașov wurde festgestellt, dass die meisten COVID-19-Fälle ihren Ursprung in der Gemeinschaft hatten. „Als Ärzte und Pflegekräfte haben wir uns angesichts des Virus oft klein und hilflos gefühlt, doch wir erhielten großzügige Unterstützung und Spenden aus der Bevölkerung in Brașov wie auch landesweit“, erläutert Dr. Moldovan und beschreibt eine Massenbewegung zur Unterstützung des Gesundheitspersonals im ganzen Land.

Auch wenn die COVID-19-Pandemie das Berufs- und Privatleben der Menschen drastisch verändert hat, empfanden die Gesundheitsfachkräfte doch große Genugtuung als COVID-19-Patienten begannen, nach Hause zurückzukehren. Die zum Schutz ihrer physischen und psychischen Gesundheit getroffenen Vorsichtsmaßnahmen zahlten sich aus. Doch das Personal in diesen Krankenhäusern sorgt sich auch um die Nicht-COVID-19-Patienten, die in andere Gesundheitseinrichtungen verlegt werden mussten. „Es ist wichtig, die anderen Patienten nicht im Stich zu lassen, während unser Hauptaugenmerk dem Virus gilt“, warnt Dr. Moldovan.

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