Nicht übertragbare Krankheiten und Luftverschmutzung

Luftverschmutzung ist nach dem Tabakkonsum laut der WHO die zweithäufigste Todesursache in Folge von nichtübertragbaren Krankheiten (NCDs).

Jedes Jahr verursacht die Verschmutzung der Innen- und Außenluft weltweit 7 Millionen vorzeitige Todesfälle. Darunter fallen mehr als 5 Millionen Todesfälle in Folge von durch Luftverschmutzung verursachte NCDs. In der Europäischen Region der WHO wurden 2016 mehr als 550 000 Todesfälle auf die gemeinsamen Auswirkungen von Haushalts- und Luftverschmutzung zurückgeführt.

Die Bekämpfung der Luftverschmutzung ist ein Schlüsselfaktor zur Verringerung der vorzeitigen Mortalität. Auf dem hochrangigen Treffen der Vereinten Nationen über NCDs im September 2018 wurde die Luftverschmutzung als fünfter Risikofaktor für NCDs aufgenommen. In Anbetracht dessen wurde ein Strategiepapier als Grundlagendokument für die Europäische Hochrangige Konferenz der WHO über NCDs in Aschgabat, Turkmenistan, verfasst.

Neben kardiovaskulären und respiratorischen NCDs zeichnen sich laut WHO weitere Auswirkungen der Luftverschmutzung ab, wie Diabetes, neurologische Entwicklungsprobleme bei Kindern und neurologische Probleme bei Erwachsenen.

Angesichts der zahlreichen Erkenntnisse über die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung und des Umfangs der Auswirkungen dieses Umweltrisikofaktors auf die öffentliche Gesundheit, wird jede Intervention multisektorale Ansätze und das Engagement mehrerer Regierungsebenen erfordern.

So kann beispielsweise die Verringerung der Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke nicht nur die Gesundheitsrisiken durch Feinstaub verringern, sondern auch verhindern, dass Quecksilber in die Nahrungskette gelangt. Viele Maßnahmen zur Bekämpfung der Luftverschmutzung mildern auch den Klimawandel, z.B. in den Bereichen Energie und Verkehr. Weniger umweltschädliche Fahrzeuge und öffentliche Verkehrsmittel reduzieren die Treibhausgase, und auch Gehen und Radfahren können die körperliche Aktivität fördern.

Der Gesundheitssektor muss in die Führung und Koordination gesundheitsbezogener Angelegenheiten einbezogen werden. Er spielt eine entscheidende Rolle bei der Sensibilisierung für die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung und bei Advocacy-Aktivitäten, und muss sich nun an der Entwicklung sektoraler politischer Maßnahmen beteiligen, insbesondere für Sektoren, die mit Umweltrisiken für die Gesundheit verbunden sind, wie Energie und Verkehr. Um diese Rolle zu übernehmen, muss der Gesundheitssektor möglicherweise zusätzliche Kompetenzen erwerben und durch neue Regierungsmechanismen unterstützt werden.

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