Ungleichheiten und Umweltrisiken: UN Bonn-Podiumsdiskussion beim Deutsche Welle Global Media Forum

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Koko Warner (UNFCCC), Matthias Braubach (WHO), Caroline Petit (UNRIC) und Zita Sebesvari (UNU) (v.l.n.r.)

Am 12. Juni diskutierten auf dem Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn drei hochrangige UN-Experten den Zusammenhang zwischen Ungleichheiten und Umweltrisiken. Weltweit streben Länder danach, das Wohl ihrer Bevölkerung zu verbessern und bestehende Ungleichheiten zu verringern, doch Auswirkungen des Klimawandels und Umweltrisiken bedrohen diese Bestrebungen. Caroline Petit, stellvertretende Direktorin des Regionalen Informationszentrums der UN (UNRIC) in Brüssel, führte als Moderatorin durch die Diskussion.

Zita Sebesvari von der Universität der Vereinten Nationen – Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit (UNU-EHS) – sprach über Risiken für das Mekong-Delta in Vietnam. Je nach Jahreszeit sind große Teile des Deltas überflutet, doch die Art und Weise der Überflutung variiert aufgrund von Entwicklungsentscheidungen und Klimawandel. „Landwirte verlieren ihre Erträge und Möglichkeiten für ihren Lebensunterhalt“, betonte sie. „Einige sind unter Umständen sogar gezwungen, andere Einkommensquellen zu suchen, aber nicht alle Landwirte können sich solch radikale Veränderungen leisten.“

Matthias Braubach vom Europäischen Zentrum für Umwelt und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) brachte zudem eine gesundheitliche Perspektive in die Diskussion ein. „Es gibt einen Unterschied zwischen Ungleichheiten – wo Aspekte einfach anders und nicht gleich sind – und Ungerechtigkeit – wobei man sagt, dass das ein unfairer Unterschied ist“, sagte er. „Wir sehen unterschiedliche Dimensionen von Ungleichheiten auf globaler Ebene, beispielsweise in Bezug auf den Klimawandel. Viele Ressourcen unseres Planeten sind durch unseren Lebensstil bereits aufgebraucht.“

Koko Warner vom Sekretariat des UN-Rahmenübereinkommens über Klimaänderungen (UNFCCC) hob die Umweltrisiken für das tägliche Leben von Menschen und den Aufbau von Resilienz hervor. Sie beschäftigt sich beruflich unter anderem mit der Anpassung an Risiken. Warner betonte, dass Umweltkatastrophen vor allem die Ärmsten treffen würden und nannte als Beispiel die großen Überschwemmungen in Pakistan im Jahr 2010: „Die Menschen hatten Mühe, ihre Kinder weiter zur Schule zu schicken, Essen auf den Tisch zu bringen und viele weitere Probleme, zum Beispiel sich Medizin leisten zu können“, sagte sie. Neben anderen Maßnahmen gab es auch spezielle Programme für Frauen, denen Personalausweise ausgestellt wurden. Laut Warner half ihnen ein solches Programm, eine wirtschaftliche Basis zu schaffen und eigenes Einkommen zu generieren: „Durch diese Ausweise konnten arme Frauen plötzlich ein Bankkonto eröffnen.“ Die Frauen hatten somit die Möglichkeit, ihre Familien aus der Armut zu holen. „Was wir uns vorstellen, gestaltet unsere Zukunft – wir sollten sie gemeinsam gestalten“, so die Expertin.

Anschließend diskutierten die Podiumsmitglieder und das Publikum, das hauptsächlich aus Medienschaffenden und Experten bestand, die Beziehung zwischen den Medien und UN-Organisationen und wie Angelegenheiten globaler Relevanz ein breiteres Publikum erreichen könnten.

Das Global Media Forum der Deutschen Welle ist die einzige internationale Medienkonferenz, die Entscheidungsträger und Multiplikatoren aus den Bereichen Journalismus, digitale Medien, Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zusammenbringt. In diesem Jahr kamen mehr als 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom 11. bis 13. Juni nach Bonn.

 

 

 

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