GOARN Turns 20

Zwei Jahrzehnte gemeinsame Bewältigung weltweiter gesundheitlicher Notlagen: WHO-Partner GOARN wird 20

Die WHO unterhält viele erfolgreiche Partnerschaften, doch eine sticht ganz besonders hervor. Seit seiner Gründung vor 20 Jahren hat das Globale Netzwerk zur Warnung und Reaktion bei Krankheitsausbrüchen (GOARN) auf Krisen in 85 verschiedenen Ländern reagiert. Es hat über 2300 Experten entsandt, um Krankheitsausbrüche einzustufen und einzudämmen und die Länder bei der Bewältigung von Naturkatastrophen und humanitären Notlagen zu unterstützen. Nahezu 900 durch GOARN-Mechanismen ermöglichte Einsätze wurden von Institutionen mit Sitz in der Europäischen Region der WHO durchgeführt.

In dieser Woche, in der das Netzwerk einen Meilenstein erreicht und die Welt von der COVID-19-Pandemie heimgesucht wird, sollten wir uns vor Augen halten, dass „ein einzelnes Land oder eine einzelne Organisation allein die Gesundheit der Menschen in Notlagen nicht schützen kann“, wie Dr. Hans Henri P. Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, erklärt. „Bereits seit zwei Jahrzehnten beteiligen sich die europäischen GOARN-Partner an Großeinsätzen zur Krisenbewältigung, um mögliche Krankheitsausbrüche zu verfolgen und unsere Region und die ganze Welt zu einem sichereren Ort zu machen. Diesen wertvollen Beitrag möchte ich honorieren.“

Bereitstellung zuverlässiger Daten während der COVID-19-Pandemie 

Die Europäische Region hat ihre Rolle bei der Bewältigung von Krankheitsausbrüchen auf internationaler Ebene in den letzten zehn Jahren erfolgreich gestärkt. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), ein Mitglied von GOARN, etwa war neben anderen Teams von WHO/GOARN an der Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs in Westafrika, insbesondere in Guinea, beteiligt und hat auch bei Einsätzen in Haiti und anderen Ländern mitgewirkt.

Als die COVID-19-Pandemie die Europäische Region traf, entsandte das ECDC im Rahmen einer vom WHO-Regionalbüro für Europa geleiteten Mission epidemiologische Experten nach Italien. Darüber hinaus entsandte es Experten für Infektionsprävention und -bekämpfung nach Griechenland, um bei der Bestimmung von Fällen und der Verbesserung der Testmethoden und Nachverfolgung von Kontaktpersonen auszuhelfen. Dabei kam Go Data, eine von GOARN entwickelte Software für die Datenerfassung vor Ort zum Einsatz, die der Untersuchung von Krankheitsausbrüchen dient. „GOARN und andere Partnerorganisationen müssen im Hinblick auf die Ausarbeitung von Bereitschafts- und Vorsorgeplänen proaktiv vorgehen, während die gegenwärtige Krise noch längst nicht überwunden ist“, erklärt Dr. Josep Jansa, Hauptsachverständiger für Bereitschaftsplanung beim ECDC.

Optimale Nutzung gemeinsamer Maßnahmen 

GOARN ist in der Lage, auf das Fachwissen von mehr als 200 Facheinrichtungen und Netzwerken weltweit zurückzugreifen. Zu seinen Mitgliedern zählen globale, regionsweite und nationale Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens, fachliche Netzwerke der öffentlichen Gesundheit für Epidemiologie, Infektionsbekämpfung und biomedizinische Wissenschaften, Labornetzwerke, zahlreiche Organisationen der Vereinten Nationen sowie internationale nichtstaatliche Organisationen.

In Zeiten internationaler Krankheitsausbrüche bündelt GOARN auf Anfrage der betroffenen WHO-Mitgliedstaaten personelle und fachliche Ressourcen und gewährleistet, dass die richtige fachliche Unterstützung schnell zur rechten Zeit am rechten Ort ist und entsprechende Kompetenzen vorhanden sind, um die Krise zu identifizieren, zu bestätigen und wirksame Gegenmaßnahmen einzuleiten.

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