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Zum 75. Jahrestag der UN-Charta: Multilateralismus bleibt der Schlüssel

Wie die Gründungsprinzipien der Vereinten Nationen den aktuellen globalen Herausforderungen mit mutigen Antworten begegnen können, von Patricia Espinosa, Exekutivsekretärin des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen

Die Unterzeichnung der Charta der Vereinten Nationen im Jahr 1945 läutete eine neue Ära in der Menschheitsgeschichte ein: eine Ära, die von einer auf Konsens und Regeln basierenden internationalen Ordnung bestimmt und vom Multilateralismus geleitet wird. Für eine Welt, die von den Auswirkungen und Schrecken zweier globaler Kriege erschöpft ist, sorgte die Verpflichtung der nationalen Führer, gemeinsame Fragen auf der Grundlage der Grundpfeiler des UN-Systems – Frieden und Sicherheit, Entwicklung und Menschenrechte – kooperativ anzugehen, für vorsichtige Hoffnung und Optimismus für die Zukunft.

In den folgenden 75 Jahren wurde die Stärke dieser auf Konsens beruhenden Ordnung oft auf die Probe gestellt, aber die Pfeiler haben sich gehalten. Folglich hat eine Periode relativen Friedens zu bedeutenden globalen Fortschritten geführt. Dazu gehören die Millenniums-Entwicklungsziele, bei denen die UNO die Bemühungen in Bereichen anführte, die für die Sicherheit und das Wohlergehen der Menschen von entscheidender Bedeutung sind, darunter die Verringerung der Armut, des Welthungers, die Ausweitung von Gesundheitsprogrammen und vieles mehr. Dazu gehört das Pariser Abkommen, ein globales Abkommen, das 2015 zur Bekämpfung des Klimawandels unterzeichnet wurde. Es umfasst auch die Agenda für nachhaltige Entwicklung bis 2030, die ebenfalls bis 2015 verabschiedet wurde. Mit ihr verfügt die Welt über eine gemeinsame Blaupause für Frieden und Wohlstand für die Menschen und den Planeten, jetzt und in der Zukunft. Der Kampf gegen den Klimawandel ist nicht nur eines der Ziele für nachhaltige Entwicklung, sondern er auch eng mit all den anderen großen Herausforderungen verbunden.

Das Auftreten der globalen Pandemie COVID-19 stellt für die Nationen die größte Herausforderung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs dar, die zu einer beispiellosen globalen Gesundheitskrise mit schwerwiegenden wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen geführt hat. Ihre Auswirkungen sind finanziell, politisch, wirtschaftlich und darüber hinaus spürbar, aber in erster Linie handelt es sich um eine menschliche Tragödie. Eine Tragödie, die sich unmöglich allein in Zahlen, Statistiken und Diagrammen messen lässt. Sie wird das Leben der Menschen auf der ganzen Welt in absehbarer Zukunft weiter verändern.  

In einer sich verändernden Welt sind die Stabilität und Verlässlichkeit der Gründungsprinzipien der Vereinten Nationen von entscheidender Bedeutung, einschließlich der Notwendigkeit der Zusammenarbeit über Grenzen, Sektoren und Generationen hinweg, der Notwendigkeit einer auf Regeln beruhenden internationalen Ordnung, des Multilateralismus, des Konsenses und des Systems der Vereinten Nationen selbst. COVID-19 hat schließlich alle anderen globalen Herausforderungen nicht verschwinden lassen, sondern sie noch verschärft. Dazu gehört auch der Klimawandel.

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