World No Tobacco Day 2020: protecting young people

WHO trägt mit Veröffentlichung von Berichten über neuartige Tabakprodukte zur Schließung der Lücke zwischen Wissenschaft und Politik bei

Mit der Veröffentlichung von drei Berichten will die WHO die Länder über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie über politische und ordnungspolitische Optionen für den Umgang mit nikotinhaltigen und nikotinfreien elektronischen Zigaretten (ENDS bzw. ENNDS) sowie erhitzten Tabakprodukten (HTP) informieren.

Weltnichtrauchertag 2020: Die Jugend schützen

Die Veröffentlichung dieser Hintergrundpapiere erfolgt anlässlich des Weltnichtrauchertages 2020 am 31. Mai und ist damit hochaktuell. Das diesjährige Thema lautet „Schutz der Jugend vor Manipulationen durch die Tabakindustrie und Bewahrung der Jugend vor Tabak- und Nikotinkonsum“ und wirft wichtige Fragen auf, wie das öffentliche Gesundheitswesen junge Menschen vor diesen neuartigen Produkten schützen kann. Die Tabakindustrie hat junge Menschen als Teil eines neu entstehenden Marktes identifiziert, der erhöhte Absätze bringen und neue Konsumenten anlocken soll. Deshalb werden Kinder und Jugendliche auf vielfältige Weise zum Ziel ständiger Werbung für diese Produkte.

Dringende Notwendigkeit der Regulierung neuartiger Tabakprodukte in der Europäischen Region
Der Weltnichtrauchertag und die Veröffentlichung der drei Publikationen bieten eine Gelegenheit zur Erneuerung des Handlungsappells in Bezug auf die Regulierung neuartiger Tabakprodukte zum Wohle der öffentlichen Gesundheit in der Europäischen Region der WHO. In mehreren Ländern der Europäischen Region ist bereits ein sprunghafter Anstieg des Konsums dieser Produkte in der Altersgruppe von 13 bis 15 Jahren zu verzeichnen, und es gibt Hinweise darauf, dass sie von Jugendlichen mehr konsumiert werden als von Erwachsenen.

ENDS und ENNDS, gemeinhin unter der Bezeichnung „E-Zigaretten“ bekannt, sind mittlerweile in mehr als 100 Ländern erhältlich. Als Oberbegriff wird oft die englische Abkürzung „EN&NNDS“ verwendet. Zusammen mit HTP, die in etwa 40 Ländern käuflich erworben werden können, bilden sie eine neue Gruppe von Produkten, mit denen die Tabakindustrie ihre Märkte erweitern möchte. Doch während HTP als Tabakprodukte gelten, enthalten EN&NNDS keinen Tabak und oft nicht einmal Nikotin. Trotzdem gibt es klare Belege dafür, dass beide Arten von Produkten gesundheitsschädlich und nicht sicher sind.

Bei HTP sind die Konsumenten toxischen Emissionen ausgesetzt, die denen im Zigarettenrauch ähnlich sind und von denen viele Krebs verursachen können. ENDS sind mit einem erhöhten Risiko in Bezug auf Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen sowie schädliche Auswirkungen auf die Entwicklung des Fötus während der Schwangerschaft verbunden.

Aufgrund der schädigenden und süchtig machenden Eigenschaften dieser Produkte ist ihre Regulierung unbedingt erforderlich, um die Bevölkerung zu schützen, insbesondere die Jugend, die eine wesentliche Zielgruppe der Werbung für neuartige Tabakprodukte ist. ENDS sind gegenwärtig in 30 Ländern generell verboten, während HTP nur in 5 Ländern verboten sind. Für andere Formen von Regulierung gibt es sehr unterschiedliche Ansätze, und in einigen Ländern sind diese Produkte ohne jegliche Regulierung erhältlich.

Fundierte Entscheidungsprozesse

In den ständig laufenden Debatten über neuartige Produkte sind Wissen und Regulierung die ersten Schritte auf dem Weg zu einem gesetzlichen Rahmen, der Gesundheit und Wohlbefinden der Bürger schützt. Die drei Publikationen sollen die Länder unterstützen, indem sie ihnen Hintergrundinformationen und wesentliche Entscheidungshilfen für die Politik an die Hand geben.

Die Publikationen „Erhitzte Tabakprodukte: ein Hintergrundpapier“ und „Nikotinhaltige und nikotinfreie elektronische Zigaretten: ein Hintergrundpapier“ liefern Hintergrundinformationen über diese Produkte und geben der Politik und dem öffentlichen Gesundheitswesen Auskunft über deren Inhaltsstoffe und gesundheitliche Auswirkungen sowie die aktuelle Position der WHO zu ihrer Regulierung.

Die Publikationen beinhalten auch Fallstudien aus den Ländern über nikotinhaltige und nikotinfreie E-Zigaretten und vermitteln ein Bild von der Bandbreite der ordnungspolitischen Praxis in Ländern wie Brasilien, Kanada, der Republik Korea und dem Vereinigten Königreich.

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