Heat wave

UN-Universität: 5 Fakten über Hitzestress

In den vergangenen paar Wochen gab es extreme Hitzewellen in Teilen der nördlichen Hemisphäre. Der globale Klimawandel ist weiterhin ein wichtiges Anliegen und extreme Wetterevents nehmen zu. Zu diesen zählen unter anderem leicht wahrnehmbare Events wie Hurricanes und Fluten, jedoch auch graduelle Langzeitentwicklungen wie Hitzewellen, welche einen starken Einfluss auf die Gesellschaft und ihre verletzlichen Gruppen, vor allem in urbanen Gebieten, haben.

Hier sind fünf Fakten zu Hitzewellen und ihren Folgen.

1. Es wird erwartet, dass Hitzewellen zunehmend normal werden.

In den Jahren 2003 und 2010 wurden rekordbrechende Temperaturen in ganz Europa gemeldet. Ereignisse eines solchen Ausmaßes sollen mit zunehmender Frequenz auftreten. Hitzewellen sind eine zunehmende Bedrohung in urbanen Gebieten. Obwohl sie nicht so offensichtlich sind, und daher weniger gemeldet werden als Zyklone oder Fluten, sind die Effekte extremer Hitze sehr ernst und können sogar tödlich sein.

2. Hitzewellen betreffen auch Länder mit kälterem Klima und können schwerwiegende Folgen haben.

Wie bereits am Beispiel Quebec illustriert wurde, sind steigende Temperaturen und Hitzewellen auch eine zunehmende Gefahr in Ländern in vergleichbar kälteren Klimaten. Der Bericht des UN-Klimasekretariats (UNFCCC) zeigt, dass höhere Temperaturen durch den Klimawandel Hitzewellen verursachen, welche wiederrum die menschliche Gesundheit gefährden. So führte beispielsweise die Hitzewelle von 2003 allein in Deutschland zu fast 7.000 Todesfällen und vielen hitzebedingten Krankheiten wie Hitzschlag, Dehydrierung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

3. Die Auswirkungen von Hitzewellen können in städtischen Gebieten besonders schwerwiegend sein.

Die fortschreitende Urbanisierung und die durch den Klimawandel steigenden Oberflächentemperaturen führen in vielen städtischen Gebieten weltweit zu einem erhöhten Hitzestressrisiko. Dicht besiedelte städtische Regionen sind besonders anfällig für Wärmeinseleffekte, da dort die Temperaturen über Nacht kaum abkühlen. Maßnahmen wie Grünflächen, Gewässer und Windkorridore haben sich bisher als effektive Gegenmaßnahmen erwiesen.

4. Die Auswirkungen wetterbedingter Katastrophen sind für gefährdete Bevölkerungsgruppen am stärksten zu spüren.

Insgesamt hat die zunehmende Hitze einen negativen Einfluss auf die Gesundheit. Wärmeinseln, ein Begriff welcher Gegenden mit einer hohen Hitzeverschmutzungsgrenze beschreibt, sind vor allem in stark besiedelten und dicht bebauten städtischen Gegenden zu finden. Anfällige Gruppen, wie beispielsweise ältere Menschen, Kleinkinder oder einkommensschwache Haushalte, leiden am meisten unter den Effekten des Klimawandels, da sie oft in dichter besiedelten Gegenden wohnen. Daher repräsentieren Hitzewellen eine zunehmende Bedrohung für Städte, sowohl in den nördlichen als auch in den südlichen Hemisphären.

5. Anpassungs- und Abschwächungsmaßnahmen sind nötig, aber noch nicht ausreichend.

Ohne Maßnahmen gegen die durch den Klimawandel verursachten wetterbedingten Gefahren ist es wahrscheinlich, dass die Hitzewellen häufiger auftreten, die Gesundheit der Menschen beeinträchtigen und die Kosten erhöhen. Städte sollten daher die Gefahren von Hitzewellen zunehmend in ihren Entwicklungsstrategien berücksichtigen. Das Fehlen wirksamer Planungsinstrumente im Zusammenhang mit der Hitze behindert jedoch derzeit die aktive Umsetzung. Ein Teil der Herausforderung im städtischen Kontext ist die langfristige Abhängigkeit der Städte von bestehenden Gebäuden und Infrastrukturen, die im Hinblick auf wetterbedingte Gefahren oft nicht optimal sind. Bislang ist unser Wissen darüber noch begrenzt.

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