Petersberg Climate Dialogue

Petersberger Klimadialog: „Die höchsten Kosten sind die Kosten des Nichtstuns“

UN-Generalsekretär fordert "grüne Erholung" von Pandemie

Die COVID-19-Krise stellt die internationalen Klimaverhandlungen vor neue Herausforderungen. Umweltminister aus rund 35 Ländern haben in einer zweitägigen Online-Konferenz darüber beraten, wie Fortschritte bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen erzielt werden können.

Das Treffen am 27. und 28. April, das vom deutschen Umweltministerium ausgerichtet wurde, wird als ‚Petersberger Klimadialog‘ (PCD) bezeichnet. Das Vereinigte Königreich, das die nächste Klimakonferenz (COP 26) ausrichten wird, hatte den Ko-Vorsitz des diesjährigen Dialogs. Wie in den vergangenen Jahren nahmen auch UN-Generalsekretär António Guterres und Bundeskanzlerin Merkel teil.

Hochrangige Regierungsvertreter diskutierten, welche Maßnahmen den Weg für eine grüne Erholung von der Wirtschaftskrise ebnen könnten. Ein weiteres Ziel war es, trotz der Verschiebung der COP 26, die ursprünglich für November in Glasgow geplant war (jetzt ohne Datum), eine internationale Vereinbarung über ehrgeizige CO2-Einsparungen zu erreichen.

Außerdem fand ein zusätzlicher Austausch zwischen nichtstaatlichen Akteuren statt, unter ihnen Vertreter von Unternehmen, Städten, Nichtregierungsorganisationen und Think Tanks.

In seiner Rede wies UN-Generalsekretär Guterres darauf hin, dass COVID-19 die Zerbrechlichkeit unserer Gesellschaften und Volkswirtschaften sowie tiefe Ungleichheiten offengelegt habe, die das Erreichen der Ziele für nachhaltige Entwicklung bedrohten.

„Verzögerte Klimaschutzmaßnahmen werden uns jedes Jahr erheblich mehr kosten, was den Verlust von Menschenleben und Lebensgrundlagen, die Situation maroder Unternehmen und geschädigter Volkswirtschaften betrifft. Die höchsten Kosten sind die Kosten des Nichtstuns“, warnte er.

Guterres hob aber auch hervor, dass „die internationale Gemeinschaft eine tiefgreifende Chance hat, die Welt auf einen nachhaltigeren und integrativeren Weg zu lenken“, auch während die Länder die wirtschaftliche Erholung von der COVID-19 Pandemie planten.

Der Generalsekretär schlug sechs klimabezogene Aktionen vor, um diesen Aufbau zu gestalten. Dazu gehört die Schaffung neuer Arbeitsplätze und Unternehmen durch einen sauberen, grünen Übergang. „Investitionen müssen die Dekarbonisierung aller Aspekte unserer Wirtschaft beschleunigen“, betonte er.

Guterres wies auch auf die Notwendigkeit der Kooperation hin, um sowohl die COVID-19, als auch die Klimakrise zu beenden: „Um beide Notlagen zu lösen, müssen wir als internationale Gemeinschaft zusammenarbeiten. Wie das Corona-Virus, respektieren Treibhausgase keine Grenzen. Isolation ist eine Falle. Kein Land kann alleine erfolgreich sein.“

Wissenschaftler haben davor gewarnt, dass nur noch wenig Zeit bleibt, wenn die Welt das Hauptziel des Pariser Klimaabkommens für 2015 erreichen will - die globale Erwärmung deutlich unter 2 Grad Celsius, idealerweise 1,5 Grad Celsius, zu halten. Einige haben auch die Strategie der Länder zur Bekämpfung der Pandemie - die Idee, die Kurve der Infektionen abzuflachen, damit die Gesundheitssysteme nicht zusammenbrechen - mit der Notwendigkeit verglichen, die Rate der Treibhausgasemissionen zu senken, die die globale Erwärmung vorantreiben.

Dafür bleibe nicht mehr viel Zeit, warnte der Generalsekretär: „Wir haben ein seltenes und kurzes Zeitfenster, um unsere Welt zum Besseren umzugestalten. Lassen Sie uns die Erholung von der Pandemie nutzen, um eine Grundlage für eine sichere, gesunde, integrative und widerstandsfähigere Welt für alle Menschen zu schaffen.“

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