Volunteers at the UN

Freiwillige bei den Vereinten Nationen: Gemeinsam im Kampf gegen COVID-19

von Toily Kurbanov, stellvertretender Exekutiv-Koordinator des UN-Freiwilligenprogramms 

Gemeinsames Arbeiten war schon immer das Herzstück des Freiwilligenprogramms der Vereinten Nationen (UNV). Die außergewöhnlichen Anforderungen, die COVID-19 mit sich brachte, haben die Rolle von UNV auf die Probe gestellt. Fast ein Jahr nach der Pandemie ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen und nachzudenken: Wie gut hat UNV den Test bestanden? Was haben wir gelernt? Und schließlich, wie geht es weiter?

Von Anfang an hat die Pandemie die Art und Weise erschwert, wie wir UN-Freiwillige zu den Einsatzorten bringen. Reiseblockaden machten internationale Rekrutierungen fast unmöglich. Gleichzeitig stieg der Bedarf an Freiwilligen im UN-System. Innerhalb weniger Wochen änderte sich die Aufgabe von UNV und wir mussten uns folgende Fragen stellen: 

Wie können wir so schnell wie möglich für die dringende humanitäre Hilfe rekrutieren?
Wie können wir innerhalb des UN-System den Zugang zu einem breiten Spektrum an lokalem Fachwissen generieren?
Und können wir den UN-Teams vor Ort immer noch den Zugang zu internationalem Fachwissen ermöglichen?
Eine exponentielle Zunahme der Anfragen nach UN-Freiwilligen traf uns bereits im Februar. Die Nachfrage nach Ärzten, Krankenschwestern, Epidemiologen und Hebammen stieg um das Dreifache. Für Spezialisten der öffentlichen Gesundheit stieg sie um das Doppelte. Und bei den Gender-Beauftragten, die die Schlüsselrolle der Frauen und die doppelte Auswirkung von COVID-19 thematisieren, um mehr als 30 Prozent.

Sofort unternahmen die hart arbeitenden UNV-Teams in mehr als 50 Ländern große Anstrengungen, um lokale Talente zu erreichen. Oft arbeiteten sie in Partnerschaft mit lokalen Berufsverbänden und Universitäten.

Im Hauptquartier warb UNV über soziale Medien um globale Talente. Bald erhielten wir mehr als 20.000 Bewerbungen allein von Gesundheitsfachleuten.

Auch die laufende Digitalisierung des UN-Freiwilligenprogramms half uns, auf dringende Bedürfnisse einzugehen. Während der Pandemie gelang es uns, die Rekrutierungszeit für nationale UN-Freiwillige von 45 auf 28 Tage zu reduzieren. Wir ermöglichten es den Freiwilligen auch, ihre Einsätze nicht vor Ort zu beginnen. Dies war besonders wichtig für internationale UN-Freiwillige, die kurz vor der Pandemie rekrutiert wurden.

Parallel dazu überarbeiteten wir unser Online-Freiwilligendienstprogramm. Hunderte von Online-Freiwilligen halfen den Vereinten Nationen bei der Übersetzung von Berichten, der Erstellung von Infografiken und der Kartierung von COVID-Daten.

Was haben wir also in diesem Jahr gelernt?

Zu Beginn suchte die UN viele Jahre lang Generalisten: Programmassistenten und Gemeinde-Officer. Die Pandemie hat die vorrangigen Fähigkeiten umgestaltet. Heute brauchen wir sowohl Generalisten als auch Spezialisten (z.B. Epidemiologen) in unserem globalen Talentpool.

Zweitens hatte UNV in Ländern, in denen wir in nationale Talentpools investiert hatten, einen Vorsprung. Im Jemen zum Beispiel gelang es uns, sofort 50 freiwillige UN-Krankenschwestern für die UN-Klinik zu rekrutieren. Die Abstimmung der lokalen Talentpools auf die Bedürfnisse der UN-Länderteams ist für eine rasche Reaktion entscheidend.

Drittens vermischen wir oft Freiwilligenarbeit und Jugendengagement. Freiwillige sind nicht nur jung. Häufiger sind sie in der Mitte ihrer Laufbahn oder sogar nach ihrer Pensionierung tätig. UN-Länderteams, die dies zu schätzen wissen, konnten die UN-Freiwilligen viel besser einsetzen.

Mit Blick auf die Zukunft wird die UN nach noch mehr Möglichkeiten der Zusammenarbeit suchen. Können sich internationale Experten zusammen mit einer Gruppe nationaler Freiwilliger aus der Ferne freiwillig engagieren? Oder arbeiten Gemeinde- und Online-Freiwillige bei der humanitären Hilfe zusammen?

Bereits heute unterstützen die UN-Freiwilligen gemeinsame UN-Programme mehr als je zuvor. Allein in Kenia haben sich 50 freiwillige UN-Gesundheitsexperten einem Programm von UNICEF, UN Women und UNDP angeschlossen.

Obwohl die Krise gezeigt hat, dass die gemeinsamen Bemühungen funktionieren, ist die Pandemie noch lange nicht vorbei.

Die UN-Freiwilligen vor Ort und online inspirieren uns weiterhin als die täglichen Verfechter dieses Kampfes. Und das engagierte globale UNV-Team drückt ihnen und unseren UN-Partnern weltweit die Daumen. 

Für uns stand die Zusammenarbeit schon immer im Mittelpunkt, denn gemeinsam können wir es schaffen.

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