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Espinosa: Das Schicksal der Arktis hängt an der Umsetzung des Pariser Abkommens

Die oberste UN-Klimabeamtin, Patricia Espinosa, hat davor gewarnt, dass eine vollständige und rasche Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens entscheidend für den Schutz der Arktis ist. Eine Vernachlässigung hätte fatale Folgen für den gesamten Planeten.

Das Abschmelzen der grönländischen Eiskappe und der arktischen Gletscher trägt zu etwa einem Drittel des weltweiten Meeresspiegelanstiegs bei. Es besteht die Gefahr, dass sich die Rückkopplungsschleifen beschleunigen, da rund eine halbe Billion Tonnen des starken Treibhausgases Methan im arktischen Permafrost gefangen sind und aus dem schmelzenden Eis freigesetzt werden könnten.

Patricia Espinosa sprach von Initiativen der Vereinten Nationen, die zeigen, wie die arktische Bevölkerung von neuen Technologien profitieren kann, um ihre Widerstandsfähigkeit gegen die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels zu erhöhen.

Ein Beispiel ist eine Technologie mit dem Namen SmartICE Partners, die von der Initiative Momentum for Change der UN-Klimaschutzorganisation gepriesen wurde. Diese Technologie ermöglicht es geschulten Inuit, der indigenen Volksgruppe im arktischen Zentral- und Nordostkanada sowie auf Grönland, Informationen über die Dicke des Meereises und die Oberflächenbeschaffenheit in nahezu Echtzeit zu erfassen und zu verbreiten. Das hilft ihnen Entscheidungen darüber zu treffen, wann und wie sie unter immer unvorhersehbareren und gefährlicheren Bedingungen reisen können.

Die Arktis ist anfälliger, da sie sich mit fast der doppelten Geschwindigkeit des globalen Durchschnitts erwärmt. Laut der WMO-Erklärung zum Zustand des Weltklimas im Jahr 2018 war die arktische Durchschnittstemperatur im vergangenen Jahr bemerkenswert warm. Mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von weit über 2 Grad Celsius und teilweise 3 Grad Celsius war die Temperatur außergewöhnlich hoch.

Folglich war die arktische Meereisausdehnung während des gesamten Jahres 2018 weit unterdurchschnittlich. Von 1979 bis heute ist das arktische Meereis laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen um etwa 40 Prozent zurückgegangen. Klimamodelle sagen voraus, dass der arktischen Sommer bei der derzeitigen CO2-Emissionsrate bis in die 2030er Jahre eisfrei sein werden.

Der Temperaturanstieg in der arktischen Zone wird sich auch auf die Biodiversität der Region auswirken. „Während die Arktis für einige eine öde eisige Landschaft zu sein scheint, ist sie ein reicher Teppich aus miteinander verbundenen Arten. Darüber hinaus ist die Arktis ein Zuhause für tausende Indigene, aber ihre Rechte wurden in der Vergangenheit allzu oft wirtschaftlichen Interessen untergeordnet", sagte die UN-Klimaschutzsekretärin Espinosa.

So wird beispielsweise aufgrund des Klimawandels und der wärmeren Winter die Produktivität des borealen Waldes steigen und die Zahl der Rentiere sinken. Dies wird sich auf die Lebensgrundlagen und die Kultur des samischen Volkes auswirken.

Das 5. Internationale Arktis-Forum versammelte Vertreter und Vertreterinnen von Regierungen, internationalen Organisationen sowie Wissenschaft und Wirtschaft der Region zu einer gezielten Diskussion und einem umfassenden Meinungsaustausch über aktuelle Fragen im Zusammenhang mit dem nachhaltigen Wachstum in der Arktis.

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