Former UN Volunteer supports LGBTI and other vulnerable Venezuelan migrants in Brazil

Ehemaliger UN-Freiwilliger unterstützt LGBTQ und andere gefährdete venezolanische Migranten in Brasilien

In allen Krisen sind es unweigerlich gefährdete Gruppen, die in diesen Situationen am meisten leiden. Im Norden Brasiliens trifft dies auf venezolanische Migranten zu, die mit der COVID-19-Pandemie konfrontiert sind. UN-Freiwillige unterstützen diese Menschen, insbesondere diejenigen, die sich als LGBTQ bezeichnen oder sexuelle oder geschlechtsspezifische Gewalt erlitten haben.

Ein Jahr vor Beginn der globalen Pandemie war Francisco, der vor kurzem sein Medizinstudium abgeschlossen hatte, in Roraima und sah sich mit dem Migrationsnotstand konfrontiert, der noch nicht gelöst ist. Der Dienst als UN-Jugendfreiwilliger in der ersten Jahreshälfte würde ihm eine Lektion fürs Leben erteilen, die seine Sichtweise veränderte.

Diese Erfahrung ermutigte ihn, auch in späteren Krisen weiterhin als Freiwilliger zu helfen. „In einer Zeit, in der sich Menschen im Kino Filme anschauen, um zuzusehen, wie Superhelden die Welt retten, ist es eine große Erleichterung zu wissen, dass wir im wirklichen Leben tatsächlich Superhelden haben”, sagt Francisco und bezieht sich dabei auf die Freiwilligen, die er während seiner Zeit als UN-Freiwilliger beim UNFPA traf.

Im Jahr 2018 kam als Folge der anhaltenden wirtschaftlichen und politischen Krise in Venezuela eine große Zahl von Migranten in den Norden Brasiliens. Die brasilianischen Streitkräfte führten mit Unterstützung des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) eine Hilfsinitiative mit dem Namen Operação Acolhida (Operation Welcoming) durch. Bald schlossen sich andere UN-Organisationen und viele Regierungsbeamte und Organisationen der Zivilgesellschaft den Bemühungen an und statteten diese Initiative mit Logistik und Personal aus.

Francisco schloss sich der Operation "Operation Welcoming" in der Triage-Station an, der ersten Anlaufstelle für Migranten und Flüchtlinge, die ins Land kamen. Hier müssen Neuankömmlinge oft für viele Tage bleiben, während die brasilianische Verwaltung Informationen sammelt, um ihren rechtlichen Status zu bestimmen.

Francisco, der kürzlich sein Medizinstudium abgeschlossen hat, unterstützte Venezolanerinnen und Venezolaner – darunter viele Frauen und Mitglieder der LGBTQ-Gemeinschaft, die sexuelle Gewalt erfahren oder Fragen bezüglich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und des brasilianischen Gesundheitssystems haben.

„Hier funktioniert alles anders als in Venezuela, deshalb müssen die Menschen wissen, wohin sie sich wenden müssen, wenn sie medizinische Hilfe benötigen”, erklärt Francisco. „Information rettet Leben”.

„Viele der Migranten und Flüchtlinge, die zu unserem Zelt kamen, hatten auf ihrem Weg zur Grenze sexuelle oder andere Arten von Gewalt erfahren und sie brauchten oft emotionale Betreuung. Wir informierten sie über rechtliche Schritte zur Meldung von Übergriffen, wo sie sich auf sexuell übertragbare Infektionen testen lassen können, und über Verwaltungsverfahren im Zusammenhang mit Gesundheitsdiensten”, hebt Francisco hervor.

Er betont ferner die Bedeutung strategischer Allianzen mit lokalen Organisationen und die Existenz einer Struktur spezialisierter Kontaktstellen: „Die Bedürftigen wurden zu mir geschickt und ich hörte mir ihre Geschichten und Bedürfnisse an und versuchte, die bestmögliche Lösung zu finden. Dazu musste ich oft das Netzwerk der Unterstützungsgruppen von Roraima 'aktivieren', wie z.B. Projeto Pontes (psychologische Beratung) und Casa Viver (eine Unterkunft für Menschen mit HIV/AIDS)”, hob er hervor.

Viele Menschen, darunter eine große Zahl von Frauen, die Opfer sexueller Gewalt sind, kannten ihre Rechte in Brasilien nicht und wussten oft nichts von Gesetzen, die sie schützen könnten. Die vor Ort tätigen UN-Freiwilligen organisierten Gespräche und Workshops, die den Venezolanerinnen einen sicheren Raum boten, um über ihre Situation zu sprechen und sich gehört und unterstützt zu fühlen.

Heute arbeitet Francisco nicht nur als Arzt in einem Krankenhaus, sondern betreut auch weiterhin mit Ärzte ohne Grenzen venezolanische Migranten in derselben Region. Die bisherige und aktuelle Arbeit der Freiwilligen an der Grenze hat sich bei der Pandemiebekämpfung als sehr hilfreich erwiesen: „Es ist einfacher, Ausbrüche von COVID-19 zu erkennen und Menschen zu helfen, die krank werden könnten, wenn der Migrantennotstand und die Verbesserung der Gesundheitsbedingungen der Menschen richtig gehandhabt werden”, erklärt Francisco.

Da die COVID-19-Pandemie Brasilien zurzeit besonders hart trifft, ist die Unterstützung von gefährdeten Gruppen, wie der LGBTQ-Gemeinschaft, besonders wichtig. Diejenigen, die sich bereits vor der Krise in einer prekären Situationen befanden, könnten unter diesen neuen Umständen noch mehr leiden. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die von den  UN-Partnerorganisationen und anderen Organisationen eingerichteten Unterstützungsstrukturen genutzt werden, um sicherzustellen, dass niemand zurückbleibt.

See all News

Facebook Twitter Google+