UNFCCC Executive Secretary Patricia Espinosa

Die Welt braucht einen raschen Übergang zu nachhaltiger Energie

Patricia Espinosa spricht auf der IRENA-Generalversammlung

Patricia Espinosa, die Exekutivsekretärin des UN-Klimasekretariats (UNFCC), betonte während der Vorstellung der wichtigsten Ziele für die bevorstehende UN-Klimakonferenz COP26 Ende dieses Jahres die entscheidende Bedeutung eines raschen Übergangs zu nachhaltiger Energie für die Bewältigung der globalen Klimakrise.

Nach Angaben des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) sind etwa zwei Drittel der globalen Treibhausgasemissionen auf CO2 aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe und aus industriellen Prozessen zurückzuführen.

„Energie ist das Herzstück des Klimawandels und sie muss auch das Herzstück der Lösung sein. Ein schneller und breiter Übergang zu erneuerbaren Energien wird entscheidend sein, um die im Pariser Abkommen festgelegten Emissionsreduktionsziele zu erreichen", sagte Frau Espinosa.

Die oberste UN-Klimabeauftragte sprach gestern bei einem Treffen zur Energieplanung und -umsetzung, das Teil der 11. Versammlung der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) war.

Der IRENA-Bericht "Global Renewables Outlook" skizziert das Potenzial, die Emissionen in den nächsten drei Jahrzehnten auf 70 Prozent unter das heutige Niveau zu senken und spätestens 2060 sogar netto null zu erreichen. Der Bericht zeigt auch, dass Investitionen in ein Energiesystem, das für das 21. Jahrhundert geeignet ist, die Zahl der Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien bis 2050 auf 42 Millionen steigern könnte.

COP26 als Schlüsselchance für Fortschritt

In ihrer Rede vor den Ministern betonte Frau Espinosa, wie wichtig es sei, den Erfolg der bevorstehenden UN-Klimakonferenz, COP26, im November in Glasgow sicherzustellen, und wies erneut auf die große Chance hin, die sich in diesem Jahr bietet, die Klimakrise durch einen grünen Wirtschaftsaufschwung zu bewältigen.

Während sie feststellte, dass die Weltgemeinschaft im Laufe des Jahres und während der Verhandlungen auf der COP26 in zahlreichen Bereichen Fortschritte machen muss, hob sie die fünf wichtigsten Punkte hervor, in denen die Arbeit vorangetrieben werden muss:

  • Die Nationen müssen die in den letzten 10 Jahren eingegangenen Verpflichtungen vor 2020 erfüllen.
  • Die Verhandlungen über die Umsetzung des Pariser Abkommens müssen abgeschlossen werden und zu einem ausgewogenen Abkommen führen.
  • Die Nationen müssen ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen.
  • Wir brauchen eine klare und unmissverständliche politische Entschlossenheit, die Klimaambitionen zu erhöhen.
  • Und wir brauchen mehr positives Engagement von Beobachtern und Initiativen.

„Die COVID-19-Pandemie und der Klimanotstand sind eine gewaltige Herausforderung, aber auch eine einzigartige Gelegenheit, die Zukunft zu gestalten... Was wir in den kommenden Monaten tun oder unterlassen, wird entscheidend für unseren Erfolg bei der Bewältigung dieser doppelten Herausforderung sein", sagte Frau Espinosa.

Bedeutung der überarbeiteten und aktualisierten national festgelegten Beiträge

Frau Espinosa hob die Klima-Aktionspläne der Länder und die national festgelegten Beiträge als die besten Instrumente hervor, um Klimazusagen in konkrete Programme und Ambitionen in Taten umzusetzen.

Von den 189 Vertragsparteien, die das Pariser Abkommen ratifiziert haben, erwähnten 90 Prozent erneuerbare Energien und etwa 70 Prozent enthielten quantifizierbare Energieziele in ihren ersten national festgelegten Beiträgen, was laut Frau Espinosa „eine solide Basis ist, auf der man größere Ambitionen aufbauen kann".

In diesem Zusammenhang betonte Frau Espinosa die zentrale Bedeutung der überarbeiteten und aktualisierten national festgelegten Beiträge, die bis Ende dieses Jahres eingereicht werden müssen, um diese Ambitionen in Klimamaßnahmen umzusetzen.

Sie begrüßte auch die wichtige Rolle, die IRENA bei der Energiewende und den national festgelegten Beiträgen spielt. Die Organisation unterstützt bereits Dutzende von Ländern auf der ganzen Welt beim Ausbau der erneuerbaren Energien, darunter 17 der am wenigsten entwickelten Länder der Welt und 20 kleine Inselstaaten.

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