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Die Vogelgrippe wirkt sich weiterhin auf wildlebende Zugvögel aus: Der Fall des Prespa-Nationalparks

Am 11. März 2022 wurde im Prespa-Nationalpark in Griechenland ein Ausbruch der Vogelgrippe gemeldet, der zu einem Massensterben geführt hat, das die im Kleinen Prespasee nistende  Krauskopfpelikane (Pelecanus crispus) stark betroffen hat.

Der Krauskopfpelikan wird von der IUCN als vom Aussterben bedroht eingestuft und steht unter dem Schutz des Übereinkommens über wandernde Tierarten (CMS) und des Afrikanisch-Eurasischen Abkommens über wandernde Wasservögel (AEWA). Es ist bekannt, dass diese Wasservögel in Kolonien nisten, die sich über Südosteuropa bis nach Zentralostasien erstrecken.

Das griechische Nationale Referenzlabor für Vogelgrippe hat das Vorhandensein des HPAI-Virus H5N1 in den Proben aus der Population am Kleinen Prespasee bestätigt. Die Übertragung der hoch pathogenen Vogelgrippe kann durch eine Vielzahl von Umwelt- und biologischen Faktoren beeinflusst werden. Die Koloniebrut von Krauskopfpelikanen kann die Übertragung der Krankheit aufgrund der Nähe und Dichte ihrer Brutpopulationen erleichtern.

Die Gesellschaft zum Schutz von Prespa hat berichtet, dass die Behörden bisher die meisten Kadaver eingesammelt haben, nämlich 1143 Exemplare. Ein Massensterben des Krauskopfpelikans wurde auch in angrenzenden Feuchtgebieten beobachtet. Die traurigen Nachrichten aus Griechenland bestätigen mehrere Berichte über ähnliche Ausbrüche, die in den letzten Monaten in verschiedenen Ländern wie dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Israel, Kanada oder dem Senegal aufgetreten sind.

Aufgrund der Empfehlungen der gemeinsam von CMS und FAO einberufenen wissenschaftlichen Arbeitsgruppe zur Vogelgrippe haben die Behörden in Prespa jedoch schnell gehandelt und die meisten toten Wildvögel erfolgreich entfernt. Dies ist eine ermutigende Entwicklung, da in den kommenden Wochen weitere Zugvögel, wie z. B. weiße Pelikane, im Park erwartet werden, was zeigt, wie wichtig wirksame Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs sind.

Die Vogelgrippe stellt nach wie vor eine Bedrohung für Wildtierarten dar, und wie der Fall des Prespa-Nationalparks zeigt, können Erhaltungserfolge durch einen Ausbruch der Krankheit innerhalb kurzer Zeit zunichte gemacht werden. So haben die Parkbehörden nach dem Massensterben nur 32 aktive Pelikan-Nester gezählt, während es im gleichen Zeitraum des letzten Jahres 1370 Nester gegeben haben soll. Daher ist es von großer Bedeutung, dass bei Ausbrüchen eine angemessene Anleitung zur Verfügung steht.

Lesen Sie hier die Empfehlungen der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe für Vogelgrippe und Wildvögel.

 

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