Pressemitteilung: Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen 2016

(15. Juli 2016 - Bonn) Um die Entwicklung der Kompetenzen Jugendlicher verstärkt ins Blickfeld zu rücken, beging die UNESCO am heutigen 15. Juli im Bund mit der internationalen Gemeinschaft den Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen. Aus diesem Anlass richtete das Internationale Zentrum für Berufsbildung der UNESCO (UNESCO-UNEVOC) eine hochrangige Veranstaltung mit dem Ziel aus, die Notwendigkeit der Qualifizierung Jugendlicher für eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft hervorzuheben. In der Erkenntnis, dass der technischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung eine wesentliche Rolle zukommt, brachte die UNESCO im Rahmen der Veranstaltung ihre neue Berufsbildungsstrategie für den Zeitraum 2016-2021 auf den Weg. Mit der Strategie will die UNESCO die Mitgliedstaaten bei ihren Bemühungen um die Verwirklichung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) unterstützen.

Der diesjährige Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen 2016 fiel in eine entscheidende Phase. Mit der Annahme der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung auf dem UN-Gipfel im September 2015 sowie dem unlängst im Zuge der Konferenz der Vertragsparteien (COP21) verabschiedeten Pariser Abkommen wurde deutlich, dass die Rolle der allgemeinen und beruflichen Bildung im Hinblick auf eine nachhaltigere Zukunft überdacht werden muss. Dies vor allem auch angesichts der engeren Verflechtung zwischen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Fragestellungen sowie des Wandels der Arbeitswelt. Jugendliche sind von diesen Veränderungen mit am stärksten betroffen. Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) waren 2015 weltweit 73,4 Millionen Jugendliche (13,1 %) arbeitslos, und bis 2017 dürfte ihre Zahl in den meisten Regionen weiter steigen. Zwar stellten Jugendliche 2014 nur ein Sechstel der Weltbevölkerung, doch betrug ihr Anteil an der globalen Arbeitslosigkeit 36,7 Prozent. Zudem waren 2015 zwei von fünf erwerbsfähigen Jugendlichen entweder noch immer arbeitslos oder hatten Arbeit, lebten jedoch in Armut. Kritischer wird die Lage, wenn man die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Jugendarbeitslosigkeit betrachtet. Während die Erwerbsbeteiligung junger Frauen 1991 bei 50,6 Prozent (gegenüber 67 Prozent bei jungen Männern) lag, betrug sie 2014 nur 38,9 Prozent, bei jungen Männern dagegen 55,2 Prozent.

Daher darf nicht unterschätzt werden, wie wichtig es ist, auf die mit der Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit Jugendlicher verbundenen Probleme aufmerksam zu machen, insbesondere in Anbetracht der direkten Folgen, die sich daraus nicht nur für die Volkswirtschaft, sondern auch für den in der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung vorgesehenen Übergang zu einer gleichberechtigten und inklusiven Gesellschaft ergeben. Bei den Bemühungen, die Bedeutung einer inklusiven und hochwertigen Bildung und des lebenslangen Lernens für die nachhaltige Entwicklung zu bekräftigen, übernimmt die UNESCO eine Führungsrolle. Der diesjährige Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen bietet somit Gelegenheit, die Rolle der technischen und beruflichen Aus- und Weiterbildung bei der Entwicklung unternehmerischer Fähigkeiten und des institutionellen Wandels zugunsten einer umweltverträglichen Volkswirtschaft zu unterstreichen.

Um die Bedeutung der Berufsbildung zu betonen, wurde im Rahmen der Veranstaltung die Berufsbildungsstrategie der UNESCO (2016-2021) auf den Weg gebracht. Die Strategie enthält folgende Schwerpunktbereiche: 1) Förderung von Jugendbeschäftigung und -unternehmertum; 2) Förderung der Geschlechtergleichstellung; und 3) Erleichterung des Übergangs zu einer umweltverträglichen Volkswirtschaft. Mit der Einführung der Strategie am Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen bekundet die UNESCO ihr verstärktes Engagement, die Mitgliedstaaten bei der Erhöhung der Relevanz ihrer Berufsbildungssysteme und der Vermittlung der von Jugendlichen wie Erwachsenen benötigten Fähigkeiten zugunsten menschenwürdiger Arbeit und einer gerechten, inklusiven und nachhaltigen Gesellschaft zu unterstützen In diesem Sinne bekräftigt die Strategie die Bedeutung der Berufsbildung für das lebenslange Lernen und orientiert sich an Ziel 4 der Ziele für nachhaltige Entwicklung: „Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern“.

Hintergrundinformationen zum Welttag

Mit dem Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen soll das Bewusstsein dafür geschärft werden, wie wichtig die Kompetenzentwicklung Jugendlicher unter anderem für die Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung bei Jugendlichen ist. Der Welttag für den Kompetenzerwerb junger Menschen (engl. Akronym WYSD für World Youth Skills Day) wurde im Dezember 2014 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet. Weitere Informationen:

Hintergrundinformationen zu UNESCO-UNEVOC

Internationales Zentrum für Berufsbildung der UNESCO (UNESCO-UNEVOC): Das Internationale Zentrum für Berufsbildung der UNESCO (UNESCO-UNEVOC) ist das Fachzentrum der UNESCO für technische und berufliche Aus- und Weiterbildung und ein integraler Bestandteil des internationalen Berufsbildungsprogramms der UNESCO. Das Fachzentrum widmet sich gezielt einer Reihe prioritärer Themenbereiche und führte seine Aktivitäten auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene in enger Zusammenarbeit mit der am Amtssitz in Paris ansässigen UNESCO-Sektion Jugend, Lese- und Schreibfähigkeit und Kompetenzentwicklung, den UNESCO-Feldbüros, -Instituten und -Zentren sowie über das UNEVOC-Netzwerk durch.

Das UNEVOC-Netzwerk ist ein weltweites Netz von Einrichtungen im Bereich der Berufsbildung und bietet einen Rahmen für den Austausch und die gegenseitige Unterstützung. Durch den Ausbau der Nord-Süd, Süd-Süd- und Nord-Süd-Süd-Zusammenarbeit deckt das UNESCO-UNEVOC schwerpunktmäßig den Bedarf der Entwicklungs- und Industrieländer, der Transformationsländer und der Länder, die sich in einer Postkonfliktsituation befinden.

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